Ab der 27. Kalenderwoche entschließe  ich mich, ein Tag in der Woche soll ab jetzt, ein Tag für mich sein, wenn es mir vielleicht nicht immer gelingt, aber versuchen kann man es ja!
Gesagt – getan!
Am Abend werden schon die Vorbereitungen für meinen bevorstehenden freien Tag getroffen.
In der Früh um fünf läutet der Wecker, das Wetter passte für mein Vorhaben,  jetzt konnte es los gehen, es wurden Käsespätzle für Oma und Opa gekocht, sodass sie es nur mehr in der Micro wärmen müssen. Dann die Esel und die Hühner versorgt, Semmelwünsche  für die Wohnungen aufgeteilt, umgezogen, eingecremt, Rucksack gepackt und Schuhe ins Auto, ach… und  meine treue Begleiterin, Hündin Kira, durfte nicht fehlen!
Die Freude war groß,  als Kira mitbekam dass es heute eine Fahrt mit dem Auto wurde. In zwanzig Minuten Fahrzeit erreichte ich das Naturschwimmbad Radnig (700m). Auto geparkt, Schuhe anziehen, Rucksack fertig, Hund an die Leine und los ging´s!
Unser Ziel war der Golz mit 2004 Meter vorgeschriebene Gehzeit 7 ½  Stunden.
Kurz nachdem man die Häuser der Ortschaft hinter sich gelassen hat, beginnt ein Schotterweg, vorbei an einer alten Mühle bis zur Wegabzweigung.
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Jetzt folgt man im Wald den alten, gut sichtbaren Steig in Serpentinen, steil nach oben.
An einem Rastplatz mit Brunnen machen wir die erste Pause, nun geht es weiter bergaufwärts, bis man auf den eher flach führenden  Güterweg bis zur Radniger Alm kommt, kurz danach stoßen wir auf eine gut beschilderte Kreuzung, zur Bodenalm, zum Spitzegel oder zum Golz.
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Man biegt links, Richtung Gipfel ab und wandert wieder steil bergauf über Almwiesen und Latschenfelder bis zum Golz, der Höhenunterschied von 1300 Meter liegt nach 4 ¼  Stunden hinter uns.
BERG HEIL
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Ich bin geschafft, der Anstieg war nicht ohne und auch Kira ist merklich außer Atem. Aber nun sollte es eine kleine Stärkung für uns Beide geben, für Kira hatte ich Wasser und einige Frolic´s mit und für mich sollte es ein Jogurt mit einem Müsliriegel sein, aber alles kam anders.
Am Gipfel waren einige Kühe die sich nicht so leicht vertreiben ließen, sobald sie es rascheln hörten, waren sie schon in meiner Nähe und bettelten wie Hunde, lautes schimpfen oder mit den Händen abwehren nützte nichts, sie waren hartnäckig, ich gab Kira das Wasser und öffnete mein Jogurt, da musste ich auch schon wieder alles hinstellen und unseren Sitzplatz verteidigen, als ich mich wieder meinem Jogurt widmen wollte, schleckte Kira schon gierig davon,  ich war fertig mit der Welt! MEIN Jogurt! Kira konnte jetzt auch noch das restliche Jogurt haben, ich aß meinen Riegel und das war´s.
    
So etwas hatte ich noch nie auf einem Gipfel erlebt, diese Hektik, jetzt noch die Gipfelbuch Eintragung und fertig! In der Zwischenzeit sind schon mehrere Wanderer von der Kohlröslhütte eingetroffen, die ebenfalls ihre liebe Not mit den aufdringlichen Kühen hatten, auch sie mussten ihre Plätze und Rucksäcke verteidigen.
    
Jetzt noch einen kurzen Rundumblick riskieren und fast fluchtartig verließ ich mit Kira an der Leine, den Gipfel. Auf dem Rückweg suchte ich mir  unter den Latschenfeldern ein ruhiges Plätzchen, dort machten wir Beide es uns gemütlich, ich trank meinen Kaffee (aus der Thermoskanne) und Kira ruhte sich hinter mir im Schatten aus, welch ein Genuss nach dieser Strapaze! Jetzt hatten wir endlich die ersehnte Ruhe, was wir uns eigentlich am Gipfel erhofften.
   
Jetzt wurde noch der letzte Teil des Rückweges in Angriff genommen.
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Am Brunnen legten wir wieder eine kurze Rast ein und weiter ging es bis ins Tal.
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Kira fand auch noch Gelegenheit für eine kleine Abkühlung.
Um halb vier Uhr trafen wir beim Auto ein, ich tauschte meine Wanderschuhe gegen meine Sandalen aus und Kira machte es sich schon am Rücksitz gemütlich.
Trotzdem war es für mich ein schöner und turbulenter Gipfelsieg den ich wahrscheinlich nicht so schnell vergessen werde.

Eure „Gipfelstürmerin“

gabi