Herrlich, wenn sich die Blätter verfärben, der Wald bunt wird, die Sicht klarer und der hektische Trubel vom Hochsommer vorbei ist. Die Zeit wird ruhiger und es kommt mir so vor, als wenn auch die Menschen einen Gang zurückschalten und langsamer werden. Der erste Rauhreif im Tal zeigt, dass der Winter nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.

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Deshalb heißt es nicht lange zögern und die letzten schönen und warmen Tage genießen. Kurzentschlossen packe ich meinen Rucksack und entscheide mich für eine Wanderung zu einem meiner Lieblingsplätze, dem Hochwipfel mit 2195m mit seiner sagenhaft, herrlichen und weiten Aussicht. Bereits um acht Uhr sitzen Kira (Hund) und ich im Auto und sind auf den Weg zur Rattendorfer Alm. Nach einer dreiviertel Stunde Autofahrt kommen wir bei der verlassenen und geschlossenen Alm an. Die Kühe sind schon vor einer Woche ins Tal zurückgekehrt, alles ruhig und still.

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Als ich meine Wanderschuhe anziehe und meinen Rucksack schultere, höre ich das röhren der Hirsche auf der anderen Seite des Tales, Brunftzeit beim Rotwild, Kira ist ganz aufgeregt, in ihr kommt der Jagdinstinkt zum Vorschein. Jetzt aber los, Richtung Rattendorfer Almkirche (Scottikapelle) und Zanklhütte, der Weg ist gut ausgeschildert. In gut einer Stunde erreiche ich die Rattendorfer Schulter mit dem Wegweiser zur Straniger Alm, zum Karnischen Höhenweg der rund um die Ringmauer verläuft und zum Hochwipfel. Nach einer kurzen Trinkpause, weht mir der kühle Wind so stark um die Ohren das ich mir mein Kopftuch und auch meine Handschuhe anziehe. Kira läuft brav in meiner Nähe mit, einmal weiter vorne aber doch immer wieder in Sichtweite zu mir, manchmal sitzt sie und schaut andächtig und sehnsüchtig in die Richtung wo man noch immer das röhren der Hirsche hören kann. Wenn man sich an so eine vierbeinige Begleiterin gewöhnt hat, dann kann man es sich nicht mehr vorstellen alleine unterwegs zu sein. Auch sie genießt unseren Ausflug.

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Beim marschieren, entdecke ich vereinzelte Preiselbeeren bei uns auch „Grantn“ genannt, ab und zu bleibe ich kurz stehen und genieße die weite Sicht. Ich bin einfach dankbar und froh, dass es mir auch heuer noch gelingt diesen Gipfel zu besteigen. Nach drei Stunden Gehzeit, um dreiviertel zwölf sind wir am Kreuz angelangt, die Aussicht ist einfach sagenhaft schön! Im stehen und schauen, esse ich meine Jause und trinke Cafe, für Kira habe ich auch einige Leckerbissen mit, die sie gierig (wie immer) verschlingt.

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Es werden noch einige Schnappschüsse mit meiner Kamera gemacht, dann treten wir den Rückweg an. Beim heimwärts gehen sichte ich noch einige Grantnfelder, jetzt kann ich nicht mehr widerstehen und fange an meine leere Wasserflasche, die Thermoskanne und meine Jausendose mit Grantn zu befüllen, Kira liegt im Gras und beobachtet mich. Die Zeit vergeht wie im Flug und um viertel nach drei trete ich jetzt endtgültig meinen Heimweg an.

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Bei der Wegzweigung auf der Rattendorfer Schulter, entschließe ich mich kurzerhand den Weg zum Ringmauer Kreuz zu nehmen. Gesagt – (oder besser gedacht) getan. Es wurde im Jahr 2015 auf einer Anhöhe der ehemaligen Soldatenwege neu errichtet. Eine kurze Rast und Fotopause musste jedoch sein, dann aber flott weiter, die Sonne scheint nicht mehr lange.

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Bei der Alm angekommen war es bereits vier Uhr. Zu Hause wurde ich schon von Stefan erwartet, gerade wollte er sich auf die Suche nach uns machen, denn so spät wurde es noch nie bei einer Wanderung. Am Abend säuberten wir noch die Grantn und am nächsten Morgen wurde daraus leckere Marmelade gekocht.

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Für mich war es wieder ein herrlicher Tag in den Bergen und eine Wohltat für´s Gmiat! Und falls euch auch mal eng ums Herz oder die Decke droht auf den Kopf zu fallen, dann macht einen Trip in die Natur und es wird wieder erträglicher,
eure

gabi